Was macht ein Google Ads Freelancer?
Ein Google Ads Freelancer übernimmt alles, was zwischen Werbebudget und Umsatz liegt: Keyword-Recherche, Kontostruktur, Anzeigentexte, Gebotsstrategien, Conversion-Tracking und die laufende Optimierung. Früher hieß das Programm Google AdWords, seit 2018 Google Ads. Ob jemand nach einem AdWords Freelancer oder einem Google Ads Freelancer sucht, gemeint ist dieselbe Arbeit.
Der Unterschied zur Agentur liegt nicht im Können, sondern in der Struktur: Du sprichst immer mit der Person, die Dein Konto tatsächlich steuert. Wie Google Ads mit Microsoft Advertising und den neuen ChatGPT Ads zusammenspielt und wann eine Agentur die bessere Wahl ist, steht auf der Seite zum SEA Freelancer.
Welche Kampagnentypen es gibt und wofür sie taugen
- Suchkampagnen. Textanzeigen genau dann, wenn jemand nach Deiner Leistung sucht. Die höchste Kaufabsicht und für fast jedes Unternehmen der richtige Start.
- Shopping. Produktanzeigen mit Bild und Preis, gespeist aus dem Google Merchant Center. Für Onlineshops meist der umsatzstärkste Kanal. Die Qualität der Produktdaten entscheidet hier mehr als jedes Gebot.
- Performance Max. Eine Kampagne, die laut Google über Suche, Shopping, YouTube, Display, Discover, Gmail und Maps ausspielt. Stark, wenn Tracking und Produktdaten sauber sind, riskant ohne klare Ziele, weil Google das Budget selbst auf die Kanäle verteilt.
- Demand Gen. Bild- und Videoanzeigen auf YouTube, in Discover und Gmail, um Nachfrage zu wecken, bevor jemand aktiv sucht.
- YouTube und Display. Reichweite und Remarketing: Menschen erneut ansprechen, die Deine Seite schon kennen.
Welche Kampagnentypen sich lohnen, hängt vom Geschäftsmodell ab. Ein Handwerksbetrieb braucht selten mehr als eine gut geführte Suchkampagne. Ein Onlineshop mit hunderten Produkten kommt an Shopping und Performance Max kaum vorbei.
Gebotsstrategien: wer den Preis pro Klick bestimmt
Die Gebotsstrategie legt fest, worauf Google optimiert. Die falsche Wahl ist einer der teuersten Fehler, weil sie im Konto unauffällig weiterläuft:
- Klicks maximieren. Möglichst viele Klicks für das Budget. Sinnvoll höchstens zum Start, weil billige Klicks selten die wertvollen sind.
- Conversions maximieren und Ziel-CPA. Google bietet so, dass möglichst viele Anfragen entstehen, auf Wunsch zu festgelegten Kosten pro Anfrage. Gut für Dienstleister.
- Conversion-Wert maximieren und Ziel-ROAS. Optimiert auf Umsatz statt auf die Zahl der Bestellungen. Für Onlineshops die richtige Wahl, sobald Bestellwerte sauber übermittelt werden.
- Manueller CPC. Volle Kontrolle über jedes Gebot. Heute eher die Ausnahme, etwa bei sehr kleinen Budgets oder Markenkampagnen.
Alle automatischen Strategien, von Google Smart Bidding genannt, sind nur so gut wie die Daten, die sie bekommen. Zählt das Tracking Seitenaufrufe als Conversion, optimiert Google zuverlässig auf Seitenaufrufe.
Keyword-Optionen: weitgehend, Wortgruppe, genau
- Weitgehend passend. Laut Google die Standardoption für neue Keywords. Die Anzeige erscheint auch bei verwandten Suchen, zusammen mit Smart Bidding oft gut, ohne Liste auszuschließender Keywords aber teuer.
- Passende Wortgruppe. Die Suche muss die Bedeutung des Keywords enthalten. Ein guter Mittelweg zwischen Reichweite und Kontrolle.
- Genau passend. Nur Suchen mit derselben Bedeutung. Die meiste Kontrolle, die geringste Reichweite.
Entscheidend ist weniger die Option als die Pflege: Ein regelmäßiger Blick in den Bericht mit den tatsächlichen Suchbegriffen zeigt, wofür Du wirklich bezahlst. Die Details beschreibt Google in der Hilfe zu den Keyword-Optionen.
Der Qualitätsfaktor: warum bessere Anzeigen weniger kosten
Google bewertet jedes Keyword auf einer Skala von 1 bis 10. Der Qualitätsfaktor setzt sich laut Google-Ads-Hilfe aus drei Teilen zusammen:
- Voraussichtliche Klickrate. Wie wahrscheinlich die Anzeige angeklickt wird.
- Anzeigenrelevanz. Wie gut die Anzeige zur Absicht hinter der Suche passt.
- Nutzererfahrung mit der Landingpage. Wie relevant und hilfreich die Zielseite für Menschen ist, die auf die Anzeige klicken.
Jeder Teil wird im Vergleich mit anderen Werbetreibenden bewertet, die für dieselbe Suche Anzeigen geschaltet haben. Wer hier besser ist, bekommt bessere Positionen, oft zu niedrigeren Klickpreisen. Deshalb gehört die Landingpage zur Google-Ads-Arbeit dazu, und deshalb lohnt sich der Blick auf die Conversion Rate mindestens so sehr wie der auf die Gebote. Wie ich Zielseiten dafür überarbeite, steht auf der Seite zur Landingpage Optimierung.
Die häufigsten Fehler in Google-Ads-Konten
Wenn ich ein bestehendes Konto übernehme, finde ich fast immer dieselben Muster. Keines fällt im Alltag auf, jedes kostet jeden Monat Geld:
- Weitgehend passende Keywords ohne Ausschlüsse. Die Anzeige für „Gartenhaus kaufen“ erscheint dann auch bei „Gartenhaus selber bauen Anleitung“.
- Die Standardoption bei Standorten. Voreingestellt ist laut Google „Präsenz oder Interesse“: Angesprochen werden auch Menschen, die sich nur für einen Ort interessieren. Ein Handwerker aus Offenbach zahlt so auch für Klicks aus Hamburg. Details in der Google-Ads-Hilfe.
- Automatisch angewendete Empfehlungen. Google kann ausgewählte Empfehlungen selbstständig umsetzen, etwa neue Keywords. Das ist nur sinnvoll, wenn jemand prüft, was sich ändert.
- Die falschen Conversions. Zählen Seitenaufrufe oder Klicks auf die Telefonnummer als Hauptziel, optimiert die Gebotsstrategie auf etwas, das keinen Umsatz bringt.
- Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk ungeprüft. Laufen Suchkampagnen zusätzlich auf Partnerseiten oder im Displaynetzwerk, sollte sich das in den Zahlen rechnen, nicht nur Reichweite bringen.
- Markensuchen und allgemeine Suchen gemischt. Wer nach Deinem Firmennamen sucht, kauft ohnehin eher. Liegen beide in einer Kampagne, sieht der ROAS besser aus, als die Neukundengewinnung tatsächlich ist.
In einem Konto-Audit gehe ich genau diese Punkte durch. Oft lässt sich schon damit ein spürbarer Teil des Budgets umverteilen, bevor eine einzige neue Kampagne entsteht.
Wie viel Budget braucht Google Ads?
Eine feste Untergrenze gibt es nicht, aber eine sinnvolle: Das Budget muss genug Klicks bringen, damit sich innerhalb weniger Wochen erkennen lässt, was funktioniert. Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, warum das wichtig ist:
Bei einem Klickpreis von 3 Euro bringen 900 Euro Monatsbudget rund 300 Klicks. Bei einer Conversion Rate von 3 Prozent sind das etwa 9 Anfragen, also 100 Euro pro Anfrage. Ist ein neuer Kunde 2.000 Euro wert, rechnet sich das. Bei 300 Euro Budget blieben 3 Anfragen im Monat, zu wenig, um Anzeigen und Keywords verlässlich zu vergleichen.
Die Klickpreise unterscheiden sich stark nach Branche und Region. Wie viel Budget in Deinem Fall nötig ist, schätze ich vor dem Start anhand der Keyword-Planung ab, statt es erst nach dem ersten Monat herauszufinden. Welcher Wert für den ROAS nötig ist, damit sich Kampagnen lohnen, hängt von Deiner Marge ab.
Was kostet ein Google Ads Freelancer?
Am Markt gibt es drei Abrechnungsmodelle für die Betreuung:
- Monatliche Pauschale. Ein fester Betrag, abhängig von Kontogröße und Aufwand. Planbar für beide Seiten. Öffentlich genannte Pauschalen deutscher Google Ads Freelancer beginnen für kleine Konten bei rund 475 bis 490 Euro im Monat.
- Prozent vom Werbebudget. Das Honorar wächst mit dem Budget, auch wenn der Aufwand gleich bleibt. Bei großen Konten oft teuer und ein Anreiz, eher mehr Budget zu empfehlen. Verbreitet ist auch eine Mischform aus Grundhonorar und kleinerem Anteil am Budget.
- Stundensatz. Sinnvoll für Audits, Coachings oder einzelne Projekte wie ein neues Tracking.
Bei mir sind Werbebudget und Honorar strikt getrennt: Das Budget zahlst Du direkt an Google, meine Betreuung rechne ich nach Aufwand ab, ohne Aufschlag auf Deine Klicks. Wie bei allen meinen Leistungen gibt es keine Mindestlaufzeit.
Google Ads selbst machen oder beauftragen?
| Mit Freelancer | Selbst gemacht | |
|---|---|---|
| Einrichtung | Struktur, Tracking und Einstellungen von Anfang an geprüft |
Voreinstellungen übernommen, Fehler zeigen sich erst im Budget |
| Zeitaufwand | Ein kurzes Gespräch im Monat |
Mehrere Stunden pro Woche für Suchbegriffe, Anzeigen und Gebote |
| Kosten | Honorar zusätzlich zum Werbebudget |
Kein Honorar |
| Erfahrungswerte | Vergleich aus vielen Konten und Branchen |
Lernen mit dem eigenen Budget |
| Sinnvoll für | Budgets ab einigen hundert Euro im Monat und alle, die keine Zeit dafür haben |
Kleine Tests und Unternehmen mit eigenem Marketing-Know-how |
Ein Mittelweg ist ein einmaliger Konto-Audit: Du bekommst eine priorisierte Liste, was zu tun ist, und setzt sie selbst um.
Woran Du einen guten Google Ads Freelancer erkennst
Google Ads ist schnell gelernt, gute Betreuung nicht. Diese Fragen trennen im Erstgespräch zuverlässig, egal ob Du mit mir oder jemand anderem sprichst:
- Auf wen läuft das Konto? Auf Dein Unternehmen, mit Deiner Zahlungsmethode. Alles andere macht einen späteren Wechsel unnötig schwer.
- Wie wird abgerechnet, und welchen Anreiz setzt das? Wer prozentual am Budget verdient, profitiert von höheren Ausgaben. Das ist nicht unseriös, sollte aber offen besprochen werden.
- Worauf wird optimiert? Auf Anfragen und Umsatz, die tatsächlich etwas wert sind, oder nur auf Klicks und Conversions im Konto? Ein guter Betreuer fragt nach, welche Anfragen zu Aufträgen wurden, und bewertet die Qualität der Leads.
- Was passiert bei Urlaub oder Krankheit? Ein Freelancer arbeitet allein. Frag, wie Vertretung und Erreichbarkeit geregelt sind und wie lange ein Konto ohne Eingriff sicher läuft.
- Wie viele Konten betreut die Person? Wer allein arbeitet, kann nur eine begrenzte Zahl von Kunden gut betreuen. Das ist ein Vorteil, solange die Zahl ehrlich zur Kapazität passt.
- Geht es über die Anzeigen hinaus? Gerade bei kleineren Budgets entsteht der größte Hebel oft nicht im Konto, sondern bei Landingpage, Angebot und Tracking. Wer nur Gebote verwaltet, lässt diesen Hebel liegen.
- Wie sieht das Reporting aus? Kurz, verständlich und mit den Zahlen, die für Dein Geschäft zählen, statt seitenlanger Auszüge aus dem Konto.
Dein Konto gehört Dir
Legt eine Agentur oder ein Freelancer das Google-Ads-Konto über ein eigenes Verwaltungskonto neu an, wird dieses laut Google-Ads-Hilfe automatisch Eigentümer. Prüfe deshalb vor dem Start, auf wen das Konto und die Zahlungsmethode laufen. Gehören beide Deinem Unternehmen und bekommt der Betreuer nur Zugriff, bleiben Kampagnenhistorie, Keyword-Daten und Conversion-Werte bei Dir, auch nach einem Wechsel.




















