Die Ausgangslage
Tekin Gebäudeservice ist ein Familienbetrieb aus Mörfelden-Walldorf, gegründet 2008, nach DIN EN ISO 9001 und 14001 zertifiziert. Gereinigt wird im gesamten Rhein-Main-Gebiet: Büros, Praxen, Wohnanlagen, Hallen, Baustellen, dazu Fassaden, Glas und Photovoltaikanlagen.
Die Website stammte aus dem Jahr 2021 und basierte auf einem gekauften Vorlagenpaket. Im Fußbereich stand bis zuletzt der Name dieser Vorlage samt fremdem Urheberrechtsvermerk. Das ist ein guter Hinweis darauf, wie viel von der Seite je an den Betrieb angepasst wurde.
Was die Bestandsaufnahme ergeben hat
Vor dem ersten Entwurf habe ich die alte Seite vollständig gesichert und ausgewertet, Seite für Seite. Herausgekommen ist eine Liste, die weniger mit Gestaltung zu tun hatte als mit Haftung.
- Gesetze, die es nicht mehr gibt. Das Impressum berief sich auf TMG und Rundfunkstaatsvertrag. Beide sind längst durch DDG und Medienstaatsvertrag abgelöst.
- Bilder ohne Nachweis. Auf dem Server lagen frei abrufbare Stockfotos mit sichtbarem Wasserzeichen. Die Zeile für Bildquellen im Impressum war leer.
- Ein Team, das es nicht gab. Die Mitarbeiterfotos stammten aus einer Bilddatenbank.
- Aussagen ohne Grundlage. Von einer Service-Garantie über hundert Prozent bis zu einer Vielzahl an Zertifikaten stand einiges auf der Seite, was sich nicht belegen ließ.
- Widersprüche. An einer Stelle dreizehn Jahre Erfahrung, an anderer fünfundzwanzig. Rund um die Uhr erreichbar, daneben Bürozeiten von acht bis achtzehn Uhr. Angebot in vierundzwanzig Stunden, im Fragenbereich ein bis zwei Tage.
Dazu kam die technische Seite: keine einzige Meta-Beschreibung, teilweise stand dort wörtlich das Wort undefined. Überschriften in zufälliger Reihenfolge. Adressen wie services1a.html. Eine Sitemap von Januar 2022. Keine strukturierten Daten. Kein einziger sinnvoller Alternativtext.
Diese Liste ging vor dem Schreiben an den Kunden. Jeder Widerspruch wurde geklärt, bevor eine Zeile Text entstand. Das klingt nach Umweg und spart am Ende Wochen.
Die neue Struktur
Die Website hat heute 43 Seiten in drei Ebenen, und jede Ebene hat genau eine Aufgabe. Die Startseite trägt Marke und Region. Darunter liegen die Leistungen mit einer Übersicht und je einer eigenen Seite für zwölf Leistungen, von der Unterhaltsreinigung über Fassaden- und Glasreinigung bis zur Reinigung von Photovoltaikanlagen.
Daneben stehen die Einsatzgebiete, ebenfalls mit Übersicht und zwölf eigenen Stadtseiten, dazu Referenzen, Unternehmen, Karriere und ein Ratgeber mit sechs Beiträgen. Diese Aufteilung ist nicht nur Ordnung: Sie ist die Voraussetzung dafür, dass später Seiten für einzelne Leistungen je Stadt dazukommen können, ohne dass eine bestehende Adresse umzieht.
Der Umzug ohne Verluste
Der gefährlichste Moment bei einem Relaunch ist der Wechsel der Adressen. Wer alte Seiten einfach löscht, verliert alles, was Google über Jahre aufgebaut hat, und schickt jeden gespeicherten Link ins Leere.
Deshalb habe ich alle 34 alten Adressen einzeln ihrem neuen Gegenstück zugeordnet und dauerhaft weitergeleitet. Verschlüsselung und die Entscheidung für eine einzige Schreibweise mit www laufen über eine einzige Regel, damit keine Weiterleitungsketten entstehen. Die Bestätigungsdatei der Search Console wurde übernommen, das Konto blieb also durchgehend bestätigt.
Wie ich dabei vorgehe, steht ausführlich unter Website-Relaunch.
Zwölf Leistungen, zwölf Einsatzgebiete, sechs Ratgeberbeiträge.
Jede alte Seite hat ein Ziel, keine Weiterleitungskette.
Kein toter Link beim Livegang, automatisch geprüft.
Kein Tracking, keine Schriften von fremden Servern.
Das sind Zahlen aus der Umsetzung, keine Erfolgszahlen. Die Seite ist frisch online, belastbare Werte zu Sichtbarkeit und Anfragen gibt es erst nach einigen Monaten.
Technik und Ladezeit
Gebaut ist die Seite statisch, ohne Redaktionssystem im Hintergrund und ohne JavaScript-Framework. Bilder liegen als WebP in mehreren Größen vor, mit festen Maßangaben gegen das Verspringen beim Laden, und das Hauptbild wird bevorzugt geladen.
Beim Datenschutz gilt dieselbe Linie wie bei allen meinen Projekten: Notwendiges läuft, alles andere erst nach Zustimmung, und Ablehnen ist genauso leicht wie Zustimmen. Schriften kommen vom eigenen Server. Hintergründe dazu stehen unter Technisches SEO.
Ausgezeichnet sind die Inhalte über einen zusammenhängenden Datensatz für Suchmaschinen: das Unternehmen mit Adresse, Öffnungszeiten, Einsatzorten und Leistungskatalog, dazu je Seite die passende Auszeichnung für Leistung, Brotkrumen, Fragen und Ratgeberbeiträge.
Worauf die Seiten zielen
Vor dem Schreiben stand eine Messung der Suchnachfrage. Die Leistungsseiten decken die Begriffe ab, nach denen tatsächlich gesucht wird: Fassadenreinigung mit rund 6.600 Suchen im Monat, Büroreinigung und Hausmeisterservice mit je 5.900, Fensterreinigung mit 4.900, Grundreinigung mit 3.900, dazu Bau- und Sonderreinigung.
Bei den Städten tragen Frankfurt mit etwa 1.850 Suchen, Darmstadt mit 360 und Offenbach mit 350 den größten Teil. Diese Zahlen sind bundesweit erhoben und werden vor Ort kleiner, sie zeigen aber, welche Themen eine eigene Seite verdienen und welche nicht.
Ein Blick auf die Seiten, die heute vorn stehen, war dabei aufschlussreich: Der stärkste Wettbewerber schreibt bei der Suche nach Gebäudereinigung in Frankfurt rund 4.200 Wörter, hat aber keinen einzigen Inhalt, der wirklich mit Frankfurt zu tun hat. Genau dort setzen die Stadtseiten an, mit Objekttypen, Stadtteilen, Entfernung zum Firmensitz und Fragen, die sich nur dort stellen.
Was bewusst nicht gemacht wurde
Die Bewertungen stehen als Text auf der Seite, aber ohne die technische Auszeichnung, die Sterne im Suchergebnis erzeugt. Google lässt das für Bewertungen, die ein Unternehmen über sich selbst sammelt, ausdrücklich nicht zu. Die Sterne wären also ein Verstoß, kein Vorteil.
Ebenfalls weggelassen: Aussagen, die sich nicht belegen lassen, gekaufte Bilder ohne Nachweis und Stadtseiten, die nur einen ausgetauschten Ortsnamen enthalten. Für einen Betrieb, der über Ausschreibungen und Hausverwaltungen arbeitet, wäre das ein unnötiges Risiko.
Wie es weitergeht
Der Relaunch ist die Grundlage, nicht das Ziel. Als Nächstes stehen das Google Unternehmensprofil, ein fester Ablauf zum Sammeln von Bewertungen und die Search Console mit Ausgangswerten an. Danach folgen Seiten für einzelne Leistungen je Stadt, die sich unter die bestehenden Einsatzgebiete hängen.
Diese Reihenfolge ist bewusst gewählt: erst die Signale, die in Wochen wirken, dann die Inhalte, die Monate brauchen. Mehr dazu unter Local SEO.