Was bedeutet Alt-Text?
Der Alt-Text, auch Alternativtext, steht im Quelltext eines Bildes und beschreibt dessen Inhalt. Vorgelesen wird er von Sprachausgaben, angezeigt wird er, wenn ein Bild nicht lädt. Für Suchmaschinen ist er zugleich der wichtigste Hinweis darauf, was ein Bild zeigt.
Ein guter Alternativtext beschreibt, was zu sehen ist, und zwar in dem Zusammenhang, in dem das Bild steht. „Frau am Laptop“ ist selten hilfreich. „Steuerberaterin Anna Weber im Beratungsgespräch“ ist es. Dateinamen, Wortlisten oder Sätze wie „Bild von“ gehören nicht hinein.
Rein dekorative Bilder bekommen ein leeres Attribut, also alt="". Das ist kein Fehler, sondern ein Signal: Diese Grafik trägt keine Information und darf übersprungen werden. Fehlt das Attribut dagegen ganz, liest eine Sprachausgabe im Zweifel den Dateinamen vor.
Fehlende Alternativtexte sind der häufigste Befund überhaupt, wenn ich Websites prüfe. Gleichzeitig sind sie mit am schnellsten behoben. Prüfen kannst Du das selbst mit dem Schnellcheck im Beitrag Barrierefreie Website.
Ein Handwerksbetrieb zeigt zwanzig Projektfotos ohne Alternativtexte. Nach dem Nachtragen versteht nicht nur eine Sprachausgabe die Bilder, auch die Bildersuche liefert plötzlich Besucher, weil aus „IMG_2231.jpg“ ein beschriebenes Motiv wird.
Sonderfälle richtig behandeln
Diagramme und Infografiken: Der Alternativtext nennt die Kernaussage, die Details gehören in den Fließtext oder eine Tabelle darunter. „Balkendiagramm" allein hilft niemandem.
Bilder mit Text: Der Text im Bild muss im Alternativtext stehen. Besser ist, den Text gar nicht erst ins Bild zu setzen, sondern als echten Text darüberzulegen.
Verlinkte Bilder: Hier beschreibt der Alternativtext nicht das Bild, sondern das Ziel des Links. Ein verlinktes Logo bekommt also „Zur Startseite", nicht „Firmenlogo".
Symbole und Icons: Steht daneben bereits eine Beschriftung, bleibt das Symbol leer. Steht es allein, etwa als Schaltfläche, braucht es einen Namen.
Bildergalerien: Jedes Bild bekommt eine eigene Beschreibung. Zwanzigmal derselbe Text ist so gut wie kein Text.
alt, title und Bildunterschrift
Das alt-Attribut ist der Ersatz für das Bild. Es wird vorgelesen und angezeigt, wenn das Bild fehlt. Es ist das einzige der drei, das wirklich gebraucht wird.
Das title-Attribut erzeugt einen Tooltip beim Überfahren mit der Maus. Auf Touchgeräten existiert es praktisch nicht, und Sprachausgaben behandeln es unterschiedlich. Es ersetzt niemals den Alternativtext.
Die Bildunterschrift ist sichtbarer Text für alle Leser. Sie ergänzt das Bild um Zusammenhang, etwa Ort, Datum oder Urheber. Alternativtext und Bildunterschrift sollten sich nicht wörtlich wiederholen.
Worauf es ankommt
- Kontext entscheidet. Dasselbe Foto braucht auf einer Produktseite eine andere Beschreibung als in einem Ratgeber.
- Kurz halten. Ein bis zwei Sätze reichen fast immer, lange Beschreibungen gehören in den Fließtext oder eine Bildunterschrift.
- Text im Bild wiedergeben. Steht auf der Grafik eine Zahl oder ein Satz, muss er auch im Alternativtext stehen.
- Dekoration bewusst leer lassen. Trennlinien, Muster und Schmuckgrafiken bekommen alt="".
Häufige Fehler
- Keywords aneinanderreihen. Das hilft beim Ranking nicht und macht die Seite für Sprachausgaben unbrauchbar.
- Den Dateinamen als Alternativtext übernehmen, etwa „DSC_0421“.
- Bei jedem Bild denselben Text verwenden, oft den Firmennamen.
Häufige Fragen
Wie lang darf ein Alt-Text sein?
Brauchen Logos einen Alternativtext?
Verbessert ein Alt-Text mein Ranking?
Verwandte Begriffe
WCAG
Die WCAG sind die internationalen Richtlinien für barrierefreie Webinhalte. Sie legen fest, was technisch als barrierefrei gilt.
Web & DesignBFSG
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verpflichtet seit Juni 2025 auch private Anbieter dazu, bestimmte digitale Angebote barrierefrei zu gestalten.
Web & DesignPageSpeed
PageSpeed ist die Ladegeschwindigkeit Deiner Seite. Jede zusätzliche Sekunde kostet Besucher, deshalb ist Tempo kein Technikdetail, sondern ein Umsatzthema.
Web & Design