Was bedeutet WCAG?
WCAG steht für Web Content Accessibility Guidelines, herausgegeben vom World Wide Web Consortium. Die Richtlinien beschreiben, wie Webinhalte gestaltet sein müssen, damit Menschen mit Einschränkungen sie nutzen können. Sie sind die technische Grundlage, auf die sich Gesetze wie das BFSG über die Norm EN 301 549 beziehen.
Die WCAG bauen auf vier Prinzipien auf: wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust. Wahrnehmbar heißt zum Beispiel, dass jedes Bild einen Alternativtext hat und Text sich ausreichend vom Hintergrund abhebt. Bedienbar heißt, dass alles per Tastatur erreichbar ist. Verständlich zielt auf klare Sprache und nachvollziehbare Formulare. Robust bedeutet sauberes HTML, damit Hilfsmittel die Seite richtig auslesen.
Es gibt drei Stufen: A als Minimum, AA als üblichen Maßstab und AAA als Höchstmaß, das selten vollständig erreicht wird. In Deutschland orientieren sich Vorgaben in der Regel an Stufe AA. Dazu gehört etwa ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5 zu 1 bei normalem Text.
Viele WCAG-Kriterien lassen sich nicht automatisch prüfen. Ob ein Alternativtext sinnvoll ist oder ein Formular logisch aufgebaut, beurteilt am Ende ein Mensch. Wie weit automatische Prüfungen kommen, steht im Beitrag Barrierefreie Website.
Ein Button zeigt nur ein Lupensymbol. Technisch funktioniert er, für eine Sprachausgabe heißt er aber „Link". Nach WCAG braucht er einen Namen, etwa „Suche öffnen". Eine Zeile Code, ein spürbarer Unterschied.
Verwandte Begriffe
BFSG
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz verpflichtet seit Juni 2025 auch private Anbieter dazu, bestimmte digitale Angebote barrierefrei zu gestalten.
Web & DesignAlt-Text
Ein Alt-Text beschreibt, was auf einem Bild zu sehen ist. Er hilft blinden Menschen beim Verstehen der Seite und sagt Google, worum es im Bild geht.
SEOKontrastverhältnis
Das Kontrastverhältnis beschreibt, wie stark sich Text von seinem Hintergrund abhebt. Zu blasse Schrift ist für viele Menschen schlicht nicht lesbar.
Web & Design