Mörfelden-Walldorf & Rhein-Main

Retargeting

Kurz und knapp

Beim Retargeting werden Menschen erneut angesprochen, die Deine Website schon besucht haben, aber nichts getan haben.

Was bedeutet Retargeting?

Retargeting, teils auch Remarketing genannt, spricht Besucher erneut an, die Deine Website bereits gesehen haben. Sie bekommen später Anzeigen ausgespielt, im Google-Werbenetzwerk, bei YouTube oder in sozialen Netzwerken.

Technisch funktioniert das über eine Liste, die beim Besuch gefüllt wird. Möglich ist eine feine Unterteilung: alle Besucher, nur Besucher einer bestimmten Seite, oder nur solche, die einen Warenkorb angelegt, aber nicht bestellt haben.

In Deutschland ist Retargeting einwilligungspflichtig. Ohne Zustimmung über das Cookie-Banner darf es nicht laufen. Das reduziert die Listengröße, ist aber nicht verhandelbar und gehört sauber eingerichtet.

Sinnvoll ist Retargeting bei längeren Entscheidungen und höheren Preisen. Bei einem Notdienst, den jemand sofort braucht, bringt es wenig. Wie ich das umsetze, steht unter Google Ads.

Beispiel

Bei einem Anbieter mit mehrwöchiger Entscheidungsdauer wurden nur Besucher der Preisseite erneut angesprochen, begrenzt auf 30 Tage und wenige Einblendungen je Person. Diese kleine Gruppe brachte einen spürbaren Teil der späteren Abschlüsse zu geringen Kosten.

Wo Retargeting läuft

Google Ads spielt über das Displaynetzwerk, YouTube, Gmail und die Suche aus. Für die Suche gibt es eine Sonderform, bei der Gebote für frühere Besucher angepasst werden.

Meta erreicht Menschen auf Facebook und Instagram. Die Zielgruppen lassen sich dort besonders fein nach Verhalten auf der Website unterteilen.

LinkedIn ist im Geschäftskundenbereich interessant, allerdings deutlich teurer je Kontakt.

Allen gemeinsam ist eine Mindestgröße der Liste, meist im Bereich von hundert aktiven Nutzern. Websites mit wenigen hundert Besuchern im Monat erreichen das nur über längere Zeiträume.

Welche Listen sinnvoll sind

Nach Seitentyp: Wer die Preisseite gelesen hat, ist näher an der Entscheidung als jemand, der nur im Blog war. Beide verdienen unterschiedliche Botschaften.

Nach Verhalten: Warenkorb angelegt, aber nicht bestellt. Formular begonnen, aber nicht abgeschickt. Das sind die wertvollsten Gruppen überhaupt.

Nach Zeit: Besucher der letzten sieben Tage reagieren anders als die der letzten neunzig. Kurze Fenster für dringende Anlässe, lange für Anschaffungen mit Bedenkzeit.

Ausschlüsse nicht vergessen: Wer bereits gekauft oder angefragt hat, gehört aus der Liste heraus, sonst zahlst Du dafür, Kunden zu belästigen.

Frequenz und rechtlicher Rahmen

Ohne Obergrenze sieht dieselbe Person dieselbe Anzeige dutzendfach. Aus Erinnerung wird dann Ärger, und die Marke nimmt Schaden. Üblich sind wenige Einblendungen pro Tag und ein Zeitfenster von zwei bis vier Wochen.

In Deutschland setzt Retargeting eine Einwilligung voraus. Ohne Zustimmung im Cookie-Banner dürfen weder Listen gefüllt noch Pixel geladen werden. Das reduziert die Reichweite spürbar und ist nicht verhandelbar.

Technisch läuft das über den Einwilligungsmodus, der die Auslieferung der Pixel an die Zustimmung koppelt, siehe Google Tag Manager.

Worauf es ankommt

  • Nach Verhalten unterteilen. Wer die Preise gelesen hat, ist näher an der Entscheidung als ein Erstbesucher.
  • Einblendungen begrenzen. Ohne Obergrenze wird aus Erinnerung schnell Belästigung.
  • Zeitfenster festlegen. Nach vier Wochen ist der Anlass meist erledigt.
  • Einwilligung sauber einholen. Ablehnen muss so einfach sein wie zustimmen.

Häufige Fehler

  • Alle Besucher in eine Liste werfen, einschließlich derer, die schon gekauft haben.
  • Dieselbe Anzeige monatelang derselben Person zeigen.
  • Ohne Einwilligung messen und damit gegen den Datenschutz verstoßen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Retargeting und Remarketing?
Praktisch keiner. Google nennt es Remarketing, im Rest der Branche ist Retargeting üblicher. Gemeint ist beides Mal die erneute Ansprache bekannter Besucher.
Wie viele Besucher brauche ich dafür?
Google verlangt für die meisten Anzeigenformate eine Mindestgröße der Liste, oft im Bereich von 100 aktiven Nutzern. Sehr kleine Websites erreichen das nur über längere Zeiträume.
Ist Retargeting in Deutschland erlaubt?
Ja, aber nur mit vorheriger Einwilligung. Ohne Zustimmung im Cookie-Banner dürfen keine Daten für Werbezwecke erhoben werden.

Verwandte Begriffe

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