Mörfelden-Walldorf & Rhein-Main

Tracking

Kurz und knapp

Tracking bedeutet, das Verhalten auf einer Website zu messen. In Deutschland geht das nur mit Einwilligung der Besucher.

Was bedeutet Tracking?

Tracking ist das Erfassen von Verhalten auf einer Website: welche Seiten aufgerufen werden, woher Besucher kommen, wie lange sie bleiben und welche Handlungen sie ausführen. Eingesetzt werden dafür Werkzeuge wie Google Analytics, Matomo oder einfache, cookielose Lösungen.

In Deutschland gilt: Alles, was nicht technisch notwendig ist, braucht eine vorherige Einwilligung. Analyse und Werbemessung gehören dazu. Das Banner muss ablehnen so einfach machen wie zustimmen, und ohne Zustimmung darf nichts geladen werden.

Die Folge ist eine Datenlücke. Je nach Website stimmen nur 40 bis 70 Prozent der Besucher zu. Die Zahlen sind damit nicht falsch, aber unvollständig. Für Trends reicht das, für exakte Zählungen nicht.

Technisch sauber aufgesetzt läuft Tracking meist über den Google Tag Manager, gesteuert durch die Einwilligung aus dem Banner. Was gemessen werden soll, steht unter Conversion Tracking.

Beispiel

Auf einer Website liefen Analytics und zwei Werbepixel bereits beim Seitenaufruf, unabhängig vom Banner. Nach dem Umbau auf einwilligungsgesteuerte Auslösung sanken die gemessenen Besucherzahlen um rund ein Drittel. Die Zahlen waren danach kleiner, aber zulässig.

Welche Arten es gibt

Cookie-basiert im Browser: der klassische Weg. Ein Skript setzt eine Kennung und meldet Ereignisse. Anfällig für Werbeblocker und Browsereinstellungen, die Kennungen nach kurzer Zeit löschen.

Serverseitig: Die Daten laufen zuerst über einen eigenen Server und von dort weiter. Das ist robuster gegenüber Blockern und gibt mehr Kontrolle darüber, welche Daten weitergegeben werden. Aufwendiger in der Einrichtung, und es entbindet nicht von der Einwilligungspflicht.

Cookielos und ohne Personenbezug: Werkzeuge, die nur aggregierte Werte erheben. Je nach Ausgestaltung kommen sie ohne Einwilligung aus. Sie liefern weniger Details, dafür vollständigere Zahlen, weil niemand ablehnt.

Einwilligung technisch umsetzen

Ein Cookie-Banner, das nichts blockiert, ist Dekoration. Entscheidend ist, dass die Skripte erst nach Zustimmung geladen werden. Umgesetzt wird das über eine Einwilligungsverwaltung in Verbindung mit dem Google Tag Manager.

Googles Einwilligungsmodus geht einen Schritt weiter: Die Dienste werden geladen, verhalten sich ohne Zustimmung aber eingeschränkt und senden nur anonyme Signale. Ob das im Einzelfall zulässig ist, beurteilt ein Rechtsberater, nicht ich.

Ablehnen muss genauso einfach sein wie zustimmen, also auf derselben Ebene und mit gleichwertiger Gestaltung. Banner mit hervorgehobenem Zustimmen und verstecktem Ablehnen sind angreifbar.

Werkzeuge auswählen

Google Analytics 4 ist kostenlos, mächtig und verbreitet. Dafür einwilligungspflichtig, erklärungsbedürftig und datenschutzrechtlich dauerhaft in der Diskussion.

Matomo lässt sich auf eigenen Servern betreiben, wodurch die Daten im Haus bleiben. Je nach Konfiguration ohne Cookies nutzbar.

Schlanke Alternativen wie Plausible oder Fathom liefern die wichtigsten Zahlen auf einer Seite, ohne Cookies und ohne Personenbezug. Für kleine Websites oft die ehrlichere Wahl, weil sie tatsächlich angesehen werden.

Die Entscheidung sollte an der Frage hängen, welche Zahlen Du wirklich nutzt. Wer nur wissen will, welche Seiten laufen und woher Besucher kommen, braucht kein System mit vierzig Berichten.

Worauf es ankommt

  • Vor dem Messen festlegen, wofür. Daten ohne Frage dahinter werden nie ausgewertet.
  • Einwilligung technisch durchsetzen. Ein Banner, das nichts blockiert, ist Dekoration.
  • Datenlücke einkalkulieren. Werte mit dem Vormonat vergleichen, nicht mit der Realität.
  • Sparsam bleiben. Jedes zusätzliche Werkzeug kostet Ladezeit und erweitert die Datenschutzerklärung.

Häufige Fehler

  • Skripte direkt im Quelltext einbinden und damit am Banner vorbei laden.
  • Werkzeuge einsetzen, die in der Datenschutzerklärung nicht auftauchen.
  • Mehrere Messsysteme parallel laufen lassen und sich über abweichende Zahlen wundern.

Häufige Fragen

Brauche ich für Google Analytics eine Einwilligung?
Ja. Analyse ist nicht technisch notwendig und darf erst nach aktiver Zustimmung starten. Ohne Einwilligung darf auch kein entsprechendes Cookie gesetzt werden.
Gibt es Tracking ohne Cookie-Banner?
Es gibt Lösungen, die ohne Cookies und ohne Personenbezug arbeiten und dadurch je nach Ausgestaltung ohne Einwilligung auskommen. Die Einschätzung im Einzelfall gehört zu einem Rechtsberater.
Wie genau sind die Zahlen?
Als Trend gut, als absolute Zahl nicht. Ablehnungen im Banner, Werbeblocker und mehrere Geräte je Person sorgen dafür, dass jedes System nur einen Ausschnitt sieht.

Verwandte Begriffe

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